|
|
 |
Eindrücke aus einer stillen Welt oder die Strassenkinder von Sicuani ...das erlebte Annika Dankers aus Oldendorf
an einer Gehörlosenschule in Sicuani. Diese Seite stellten wir Annika für einen Spendenaufruf zur Verfügung! |
 |
 |
|
Annika Dankers ist in Oldendorf aufgewachsen, hat in Bremervörde das Gymnasium besucht und dort ihr Abitur gemacht. Schon immer hat sie sich
für sozial Schwache und Minderbemittelte eingesetzt. Außerdem hat sie einen Faible für Probleme in Lateinamerika. Sie lebte ein Jahr in Brasilien und es war für sie keine Frage:
Einen simplen Praktikumsplatz an einer Gehörlosenschule würde sie in Lateinamerika suchen und nicht hier 'um die Ecke'. So ist sie nach Peru gekommen, nach Sicuani , einer kleinen Stadt im Süden der
auch Touristen bekannten Stadt Cusco. |
|
|
|
|
 |
 |
|
Annika hat frierende Kinder in 3800 m Höhe gesehen, die im Winter in Badelatschen herumlaufen. Sie hat dort auch Kinder erlebt,
die keine Batterien für ihre - aus Deutschland gespendeten - Hörgeräte hatten. Sie möchte mit dieser Seite zu einer Spendenaktion aufrufen. Zuvor aber dürfen wir sie mitten hinein
begleiten in die Welt ihrer gehörlosen Schützlinge... |
|
 |
Hier bin ich mit Alexander, Alicia, Yanet, Holinda, Fatima und Lalo in der posada |
 |
 |
 |
Auf dem Spielplatz wippen die beiden wildesten Kinder: meine Chefin Schwester Karin Yelena und ich.... |
|
|
|
...und jetzt erzähle ich euch ein wenig von “meinen” Kindern und den Problemen, für die ich Unterstützung brauchte, um sie zu beseitigen... |
|
|
|
|
 |
 |
|
Es ist sieben Uhr. Ich schlage die Augen auf, sehe aus dem Fenster hinaus auf die Berge und vor meinem Fenster hüpfen auch schon ein paar Kinder
herum. Flor gebärdet mir zu: Schläfst du immer noch??Ich ziehe mich schnell warm an, setze mir meine Alpacamütze auf und laufe durch die morgendliche Kälte hinüber ins Haupthaus, um zu
frühstücken und die Kinder zusammenzutrommeln. Alle Ohren gewaschen? Dann geht's ab in die Schule. |
|
 |
Die Kinder essen im Esssaal vom Casa Nazareth |
 |
Im Stadtteil Accota, in einem großen gelbes Haus, dem Casa Nazareth, sind 27 gehörlose Kinder zu Hause. Unser Jüngster
ist gerade 5 Jahre alt und hat es noch ein bisschen schwer, sich an das Leben fern von der Mama zu gewöhnen. Der älteste ist schon 27 und hilft im Garten und bei den Tieren.
Denn auch bei uns will man nicht auf die lokale Delikatesse cuy, geröstetes Meerschweinchen, verzichten! |
|
|
 |
 |
|
Unterricht in San Miguel |
|
|
 |
 |
|
In Sicuani gibt es eine Schule, das Zentrum San Miguel, für geistig Behinderte, Körperbehinderte und schwer erziehbare Kinder,
die auch drei Klassen speziell für Hörgeschädigte anbietet. |
|
 |
Klassenlehrer Aldo mit Carina und Isaura, die das Lippenlesen üben |
 |
Rosmery, Alex und Eloy trinken ihren "Quaker" zum Frühstück (in der Schule) |
|
|
 |
 |
|
Das Haus wird von Franziskanernonnen geleitet und ist prinzipiell für alle Kinder mit auditiven Einschränkungen (Hörproblemen) offen, sofern sie
nicht bei ihren Familien leben können. Die Kinder kommen aus entlegenen Dörfern in den Anden oder aus entfernten Städten wie Puno oder Arequipa, in denen es keine Schulen für Gehörlose gibt. |
|
 |
 |
|
Sowohl in der Schule als auch im Casa ist die Hauptsprache die peruanische Gebärdensprache, die die Kinder hier erlernen. In den Elternhäusern wird fast nicht
mit ihnen kommuniziert, weil man allgemein wenig über Gehörlosigkeit weiß und leider viele Eltern denken, ihr Kind sei dumm und würde deshalb nicht sprechen. |
 |
Der Schulhof von San Miguel |
 |
Die meisten Kinder gehen nicht nur in San Miguel zur Schule, sondern nehmen stundenweise am Unterricht in einer Regelschule
mit 50 Kindern pro Klasse teil. Diese Kinder brauchen die Hörgeräte noch viel dringender, als die anderen, da ihre Lehrer die Gebärdensprache nicht beherrschen und auch nicht die Zeit haben, sich mit den
hörgeschädigten Kindern gesondert zu beschäftigen. |
 |
Alex, Alvaro, Rody, Andre und Demy machen vor meinem Zimmer ein Lichtkino mit Scherben |
 |
 |
|
Im Strassenkinderhaus Posada de Belen
Außer im Casa Nazareth arbeite ich noch in der Posada de Belen, einem Haus für verstoßene und missbrauchte Kinder, die sonst auf der Strasse leben müssten. Das Haus existiert seit knapp 2 Jahren. Angefangen haben die
Betreuer mit einem Kind und einem Raum im Gemeindehaus, aber da im letzten Jahr die Anzahl der Kinder auf 16 gestiegen ist, wird jetzt ein ganzes Haus zur Verfügung gestellt. Im Moment betreuen wir Kinder zwischen 3
Monaten und 18 Jahren. Die Babies sind mit ihren minderjährigen Müttern dort, die anderen Kinder wurden wegen Unterernährung oder Missbrauch aus ihren Familien geholt. "Posada" ist das spanische Wort für einen
Ort, wo man übernachten kann und das Haus war ursprünglich als so ein Ort geplant, also als Übergangslösung , bis ein Platz in einem anderen Projekt frei wird oder- selten- die Kinder in ihre Familien zurückkehren
können, weil sich die Situation dort gebessert hat. Da dies jedoch fast nie vorkommt, hat sich das Haus langsam zu einer Dauerlösung für die meisten Kinder entwickelt. In der Posada arbeiten ausschließlich Freiwillige,
die zusätzlich zu ihrem Job schichtweise mit den Kindern arbeiten. |
|
|
 |
 |
|
Jedes Kind ist sehr speziell durch seine Geschichte geprägt und braucht mehr Aufmerksamkeit, als andere Kinder. Demetrio und Apolinar, 6 und 5
Jahre alt, kamen unterernährt in die Posada, sie sind noch so klein wie Dreijährige. Pilar, 14 Jahre, ist vor 7 Jahren von ihrem Stiefvater vertrieben worden und hat jetzt zum ersten Mal ihre Mutter
wiedergetroffen. Efraim, 6 Jahre alt, hat mit ansehen müssen, wie seine Mutter gestorben ist. Sie hat keine anderen Verwandten, die sich um ihn kümmern möchten. Trotz ihrer traurigen Geschichten sind die
Kinder und Jugendlichen fröhlich und aufgeschlossen und tanzen am liebsten den ganzen Tag zu brasilianischer Funkmusik. Alle Kinder stehen unter der Obhut des Priesters von Sicuani, der das Haus gegründet
hat und alle Kinder als seine eigenen ansieht. |
|
 |
 |
|
Alexander wäscht Wäsche |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
|
Das Problem an dem Schichtdienst in der Posada ist, dass es keine kontinuierliche Bezugsperson gibt und durch den ständigen Wechsel viele Dinge
unter den Tisch fallen. Die Kinder sind natürlich nicht dumm und nutzen diesen Schwachpunkt oft aus. |
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
Alicia, Kati, Demetrio, Holinda und Fatima machen Hausaufgaben (posada) |
|
|
|
|
In Anbetracht der Tatsache, dass in den Elternhäusern der Kinder weit chaotischere Verhältnisse herrschen, sind wir uns doch alle einig, dass unsere
Arbeit sinnvoll ist und versuchen unser Bestes, den Kindern so etwas wie ein Zuhause zu bieten. |
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
Momentan ist hier in den Anden Trockenzeit. Es scheint den ganzen Tag die Sonne, aber es ist trotzdem sehr kalt, da Sicuani auf 3800 m Höhe
liegt. Die Kinder haben weder warme Winterkleidung noch richtige feste Schuhe, sondern offene Sandalen und viele wachsen auch schon aus den Schuhen heraus, aber es können keine neuen gekauft werden. Für die kommende
Regenzeit stehen also viele nasse Füße an. |
|
|
|
|
 |
 |
|
Pamela, Andre und ich vor den Bergen von Huanca (ein Pilgerort bei Cusco) |
|
|
 |
 |
|
Unser Ziel war es, die Kinder mit zwei Hörgeräten auszustatten (im Moment hat jedes nur ein Gerät) und eine Kasse für Batterien einzurichten, damit Engpässe in den Familien sich nicht
negativ auf die Entwicklung der Hörfähigkeit auswirken... & wir wollen etwas gegen die kalten Füsse im Winter tun. Es müssen feste und warme Schuhe gekauft werden. |
|
 |
Dafür bat ich um Ihre finanzielle Unterstützung! |
|
|
 |
 |
 |
|
Zu diesem Zweck wurde ein Spendenkonto auf meinen Namen eingerichtet. |
|
|
Für Ihre Hilfe
bedanken sich die Kinder der Stille! Sicuani, Oktober 2004, Annika Dankers |
|
 |
 |
|
Liebe Spender & Sponsoren! Der Spendenaufruf mit Unterstützung der örtlichen Presse und dieser Internetseite hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst, von der
ich nicht zu träumen gewagt hätte. Sachspenden - sprich Hörgerätebatterien - wie auch Geldspenden sind von Hörgeräte-Firmen und Privatleuten eingegangen. Es war uns möglich, auch notwendige Kleidungsstücke und Schuhe
für die Kinder von dem Geld anzuschaffen und für ein Jahr haben unsere Schützlinge ausreichend Batterien zur Verfügung.Ich möchte auf diesem Wege Ihnen allen ganz, ganz herzlichen Dank sagen!!!
Ihre Annika Dankers Oldendorf, im April 2005 |
 |
Zum Abschluss noch ein Foto... |
|